Landshuter DAV Summer Slacking, die Zweite

Zugegeben, für mich war es hart. Ich hatte mich schon Monate auf diesen Event gefreut, und nun war ich verletzt und musste zusehen – ein Opfer meiner eigenen Motivation. Dennoch wollte ich dieses Treffen nicht auslassen. Ich erinnerte mich noch lebendig an die tolle Atmosphäre vom letzten Jahr. Die würde meine Schmerzen schon lindern.

Der erste Blick am Samstagmorgen zeigte, welche explosionsartige Entwicklung das Slacklinen in diesem Jahr erfahren hat.

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War damals noch eine Longline mit knapp 60 Metern Länge eine der Attraktionen gewesen, so fiel der Blick schon bei der Ankunft auf eine ganze Kaskade von Longlines, eine hinter der anderen, und alle so zwischen 45 und 80 Metern lang. Die längste Line auf dem Treffen maß 126 Meter und stellte für einige der Teilnehmer auch kein ernsthaftes Problem mehr dar.

Die zweite große Attraktion war die Performance auf den Jumplines. Hier zeigte sich, dass einige der Teilnehmer den Winter offenbar trainierend in Turnsälen verbracht hatten, und das nicht ohne Ergebnis! Es wurde gehopst, rotiert und geflipst, dass es eine Freude war. Auch einige neue Gesichter konnte man ausmachen, und auch diese Jungs mischten beim Springen bereits voll mit.
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Dass der Matrix Michl trainiert hat, habe ich schon gewusst. Wie leicht seine Backflips inzwischen aussehen, fasziniert mich trotzdem immer wieder aufs Neue.

Trotz der Höchstleistungen war die Atmosphäre alles andere als elitär. Es gab diesmal 337 Teilnehmer, mehr als doppelt so viele wie im letzten Jahr. Die meisten davon tummelten sich auf kürzeren Lines, von denen es genug gab, und hatten wohl mindestens so viel Spaß wie die „Profis“.

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Der geheime Star des Treffens war aber wohl ein unscheinbares Drahtseil aus Grazer Fertigung. Das hing, knapp dreißig Meter lang und an den Fixpunkten wenige Meter hoch, ganz unschuldig und rodeomäßig in der Gegend herum. Das Ding wird von seinem Besitzer, dem Tom, liebevoll „Drecksau“ genannt, und auch die anderen fanden bald heraus, warum. Mit seiner großen Schwungmasse stellte es auch für die geschicktesten Springer und Longliner eine nicht zu unterschätzende Herausforderung da. Und als etwas Neues, Unbekanntes, übte es eine geradezu magische Anziehungskraft aus.

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Ich konnte diesmal nur zusehen. Aber es war weniger hart, als ich es mir vorgestellt habe. Danke an Andi, Mel und Matthias für die tolle Zeit!

Im Gegensatz zu den Superlativen bei Sprüngen und Longlines waren die Eindrücke von der 60 Meter Waterline vom Sonntag irgendwie beruhigend. Alle bis auf einen bissen sich an dem Teil die Zähne aus. Es bleiben also noch Herausforderungen für nächstes Jahr. Ich hatte schon Angst, dass uns die Plätze ausgehen für die Longlines, und wir anfangen müssen, Waterlines über Meerengen und Highlines zwischen Alpengipfeln zu spannen, damit uns nicht langweilig wird.

Reini